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Siegburg rutscht ins Guinnessbuch
Alle 24 Bäder wurden zusammengezählt, um den im Guinnessbuch verzeichneten Rekord der Amerikaner zu brechen, die 2010 5 782 Kilometer vorgelegt hatten. "Wir wollen sechs Stunden rutschen", erklärten der 13-jährige Simon Forsbach aus Hangelar und sein elfjähriger Freund Fabio Zandegiacomo aus Müllekoven. Doch schon nach der ersten Stunde war der Kräfteverbrauch bei beiden zu erkennen. "Die Treppen immer wieder hoch zu laufen, ist furchtbar anstrengend", stöhnte Simon. Die Regeln für jeden Rutschgang waren genau festgelegt. "Es muss immer auf dem eigenen Hosenboden gerutscht werden", erklärte Eva Triebel. Kinder, die auf dem Schoß der Eltern saßen, durften nicht gezählt werden. "Da es auch um einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde geht, ist alles vorgeschrieben", so Triebel. Jederzeit hätte ein Guinness-Prüfer erscheinen können. Um 20 Uhr war das Wettrutschen in Siegburg vorbei. Auf die Zahlen sind die Teilnehmer stolz: 223 Kilometer legten die Wasserratten im Oktopus rutschend zurück. Mehr als 3 000 Rutschgänge mussten die Hosenböden und zusammengekniffenen Pobacken aushalten, fast 20 000 Höhenmeter und 100 000 Stufen haben die Rutschenden erklommen. Einige der teilnehmenden Bäder hatten bis 24 Uhr geöffnet. Die fleißigsten Dauerrutscher glitten in Brokdorf an der Elbe die Rutsche hinab. Ziemlich genau 1 350 Kilometer kamen dort auf der 100 Meter langen Rutschbahn zusammen. "Was in Brokdorf los war, ist wirklich eine unglaubliche Leistung. Das habe ich auch noch nicht gesehen", sagte Rolf Allerdissen vom DRV. Die meisten Meter pro Rutschgang wurden in Erding bei München gemacht: Auf der Röhren-Rutsche mit 360 Metern Länge. Im Karlsruher Europabad glitten neben Rutsch-Weltmeister Jens Scherer vor allem viele Kinder die 170 Meter lange Reifen-Rutsche hinab. 408 Kilometer steuerten sie zum neuen Weltrekord bei. Kurz nach Mitternacht gab es dann das vorläufige Endergebnis: 7 841 Kilometer für Deutschland, neuer Weltrekord und Eintrag ins Guinnessbuch. Bis das Ergebnis offiziell anerkannt wird, können laut Christiane Bracker allerdings noch ein paar Wochen vergehen: "Wir werden jetzt wäschekorbweise Post nach London schicken, um jeden gerutschten Meter bestätigen zu lassen." Auch Patrick Rondorf war im Siegburger Oktopus nach zehn Stunden Rutschen die Ermüdung anzusehen. "Ich musste immer wieder die Füße und Beine kühlen", erklärt er. Die Treppen waren das schwerste Hindernis. Doch am Ende haben sich die Mühen gelohnt: Patrick gehört jetzt zu den Weltrekordhaltern im Wasserrutschen. Tipps zum Schnell-Rutschen vom Weltmeister Also: Auf den Rücken legen, Arme nach hinten, Hintern hoch, Beine überkreuzt, und auf einer Ferse abstützen", sagt Rutsch-Weltmeister Jens Scherer. "Und wenn es oben eine Stütze gibt, dann sollte man sich mit richtig viel Schwung runterstürzen", erklärt der 31-Jährige aus Baden-Württemberg weiter. Sein Rat zählt, schließlich gilt er als echter Könner. Ein Nachteil im Schnell-Rutschen: Der Spaß ist ratzfatz vorbei. Und Jens Scherer tut sich auch manchmal weh. Er bekomme ab und an blaue Flecken, weil er in Kurven an die Wand geschleudert werde, erzählt der 31-jährige Tuttlinger, der sich in Karlsruhe am Guinness-Weltrekordversuch im Wasserrutschen beteiligt hat. |
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